50 Jahre "RETTET DAS KIND" NÖ -
Überblick, Geschichte und Entwicklung

 

„RETTET DAS KIND“ NÖ 1957 - 2007

„RETTET DAS KIND“ NÖ in Zahlen

"RETTET DAS KIND" NÖ in Bildern

Ereignisse im Jubiläumsjahr

"RETTET DAS KIND" NÖ und seine Zielsetzungen

"RETTET DAS KIND" NÖ und das Schloss Judenau

Geschichte von „RETTET DAS KIND“

 

„RETTET DAS KIND“ NÖ 1957 - 2007

Am 19.  Juni 1957 fand die Gründungsversammlung von „RETTET DAS KIND“ NÖ statt. In seiner nunmehr 50-jährigen Geschichte hat sich der Verein zu einem der größten privaten Anbieter von Einrichtungen und Betreuungsangeboten in der Jugendwohlfahrt Niederösterreichs entwickelt. Die 143 MitarbeiterInnen sind an den 19 Standorten in weiten Teilen des Bundeslandes tätig. Eine stolze Bilanz.
Von Beginn an begleitet das Schloss Judenau die Schicksale von „RETTET DAS KIND“ NÖ. Zunächst waren darin 1957 die ungarischen Flüchtlingskinder zu betreuen. 1961 entstand hier die wohl bekannteste Einrichtung des Vereines: das Schülerinternat Judenau.  „RETTET DAS KIND“ NÖ wird als privater und gemeinnütziger Verein geführt. Dr. Wolfgang Apfelthaler ist seit 1991 Geschäftsführer.

 

„RETTET DAS KIND“ NÖ in Zahlen

„RETTET DAS KIND“ NÖ arbeitet im Auftrag der öffentlichen Jugendwohlfahrt. Entwicklung von zwei Zweigen der Betreuung: stationäre Einrichtungen („Volle Erziehung“)  und mobile bzw. ambulante Formen der Betreuung („Unterstützung der Erziehung“).  Die Einrichtungen und Betreuungsangebote sind unter der Bezeichnung "Sozialpädagogische Einrichtungen Schloss Judenau" zusammengefasst.

 

Einrichtungen und Betreuungsangebote

die Zentrale Verwaltung und Geschäftsführung

das Schülerinternat Judenau (seit 1961)

-  mit angeschlossener Betreuungsbrücke für Jugendliche (betreutes Wohnen) (seit 2001)

die  Außenwohngruppen (seit 1975) an 9 Standorten

mit angeschlossenen Formen des Betreuten Wohnens

die wohngruppe airbag (seit 2001)

mit angeschlossenen Formen des Betreuten Wohnens

die Sozialpädagogische Familienhilfe (seit 1991) an 5 Standorten

die Sozialpädagogischen Tagesgruppen für SchülerInnen (seit 1993) an 4 Standorten

Zusätzlich werden Sonderprojekte des betreuten Wohnens für alleinerziehende Mütter mit Kindern geführt.

 

Standorte

„RETTET DAS KIND“ NÖ ist an 19 Standorten in NÖ zu finden.

 

Zahlen der betreuten Kinder/Jugendlichen /Familien

Die Zahl der betreuten Kinder und Jugendlichen: etwa 220 jährlich

Die Zahl der betreuten Familien: etwa 175 jährlich

Im Detail:

-  184 Kinder und Jugendliche und junge Erwachsene finden in den Einrichtungen der „Vollen Erziehung“ ein kurz-, mittel- oder langfristiges Zuhause

    Das sind: Schülerinternat, Außenwohngruppen, wg airbag, betreutes Wohnen

175 Familien werden pro Jahr durch die Sozialpädagogische Familienhilfe in 13 NÖ Bezirken und Magistraten betreut.

Zwischen 40 und 50 Kinder finden in den Sozialpädagogischen Tagesgruppen für SchülerInnen Unterstützung und Förderung

 

Anzahl der MitarbeiterInnen

143 MitarbeiterInnen sind in der Betreuungsarbeit, in den Wirtschaftsbereichen und in der Verwaltung tätig.

Die 93 MitarbeiterInnen in der direkten Betreuungsarbeit verfügen über eine (sozial)pädagogische Qualifikation oder eine Qualifikation als Therapeut/in oder Sozialarbeiter/in.

"RETTET DAS KIND" NÖ in Bildern                                                             

Schloß Judenau 1 -
Schülerinternat Judenau (SIJ)
Schloß Judenau 2 -
Schülerinternat Judenau (SIJ)
 Schülerinternat Judenau (SIJ) - Sportanlagen  Schülerinternat Judenau (SIJ) - Jugendliche kochen mit Koch Ingo
 Schülerinternat Judenau (SIJ) - Kinder auf dem Rodelberg Außenwohngruppe (AWG) -
Leben wie in einer Familie
Außenwohngruppe (AWG) -
Leben in nachbarschaftlicher Umgebung
Außenwohngruppe (AWG) -
Grossteam 2006
Sozialpädagogische Familienhilfe (SFH) - Mobiles Team Sozialpädagogische Familienhilfe (SFH) - Team 2007 Sozialpädagogische Tagesgruppen für SchülerInnen (STS) -
Kinder mit Betreuerin beim Lernen
Sozialpädagogische Tagesgruppen für SchülerInnen (STS) - Kinder beim gemeinsamen Mittagessen
 
Wohngruppe Airbag (wgairbag) - Wohngemeinschaft für Jugendliche Wohngruppe Airbag (wgairbag) - Jugendliche beim gemeinsamen Kochen Vorstand "RETTET DAS KIND" NÖ 2007  

 

Ereignisse im Jubiläumsjahr

Ein Hauptwunsch ist, den Namen „RETTET DAS KIND“ NÖ weitaus bekannter zu machen, als dies zur Zeit der Fall ist. Aktivitäten, die auch die Öffentlichkeit mit in das Geschehen einbeziehen, werden sein: Tage der Offenen Tür, Ausstellungen, Veranstaltungen mit Erika Pluhar (der Mentorin von „RETTET DAS KIND“ NÖ), ein Kurzfilm, ORF-Auftritte, Feste.

Anlässlich des Jubiläumsjahres wagte man sich erstmals an ein neues Präsentationsmittel: den Film. Der Regisseur und Sendungsgestalter beim ORF, Werner Ertel, konnte gewonnen werden, um einen Kurzfilm über „RETTET DAS KIND“ NÖ zu drehen. Dieser hat beim Festakt am 21. April seine Premiere.

Eine 4-Minuten-Fassung dieses Films wird bereits im Vorfeld des Festakts, nämlich am Samstag, dem 14. April, in der ORF-Sendung „Land und Leute“ um 16.25 Uhr in ORF 2 ausgestrahlt werden.

 

21.04.2007

Festgottesdienst und

Festakt „50 Jahre RETTET DAS KIND in Niederösterreich“

Im Schloss Judenau

02.06.2007

Ein Fest der Schlossgeister

Treffen von ehemaligen Kindern des Schülerinternats und Kindern der Außenwohngruppen

Im Schloss Judenau

14./15.06.2007

Fachtagung „Auf die Stärken bauen: Rückblick – Einblick –  Ausblick“

Zweitägige Fachtagung im Landhaus St. Pölten gemeinsam mit SOS-Kinderdorf-Wienerwald, das heuer ebenfalls sein 50-Jahr-Jubiläum feiert.

22.09.2007

Spielefest

Für die Kinder und Jugendlichen des Schülerinternats, der Außenwohngruppen und der wg airbag

Im Schloss Judenau

Herbst 2007

Tage der Offenen Tür

Im Schülerinternat, in den Außenwohngruppen

Weiters in Planung

Promotionevents mit Erika Pluhar

Filmvorführungen Kurzfilm „Wege finden ...“

 

"RETTET DAS KIND" NÖ und seine Zielsetzungen

Wir finden Wege ...  Mit diesem Motto, das für das Jubiläumsjahr kreiert worden ist, will „RETTET DAS KIND“ NÖ folgende Botschaft vermitteln. „Unsere Markenzeichen sind: hoher Arbeitseinsatz, Professionalität und Empathie mit den betroffenen Kindern und jungen Menschen, die den Einrichtungen anvertraut sind.“ -  „Wir finden Wege, weil Visionen unser Handeln tragen: Die Vision, dass die menschliche Investition in den heranwachsenden jungen Menschen die Basis ist für ein selbstbestimmtes, geglücktes Erwachsenenleben.“

 

 

  Wir suchen Wege ...

    ... bei der Unterstützung, wenn Kinder

    ihre Schicksale und Lebenssituationenen

                     bewältigen

                          Wir finden Wege ...

                                                                                                 ... indem wir Respekt wahrnehmen –

                                                                        vor den Persönlichkeiten der einzelnen

                                                                           Menschen, die uns anvertraut sind

Worum geht es? Um den Schutz des Kindes. – Um die Wiederherstellung des Kindeswohles. – Um die Aufrechterhaltung des Kindeswohles.
Dies sind die gemeinsamen Ziele aller Betreuungsangebote von „RETTET DAS KIND“ NÖ, auch wenn diese unterschiedliche Schwerpunktsetzungen in ihrer Arbeit haben.
Die Zielorientiertheit mit dem Schwerpunkt der Nachhaltigkeit ist ein weiteres Markenzeichen der Organisation. „Fit machen für später“  - mit diesem Satz will der Geschäftsführer Dr. Wolfgang Apfelthaler die Intention unterstreichen, dass auch Kinder mit schweren Lebensschicksalen sich in all ihren Lebensbereichen wohlfühlen und optimale Entwicklungsmöglichkeiten haben mögen.
Jede erzieherische, betreuende Handlung, die wir jetzt setzen, soll das „Danach“ in sich tragen. Gerade als „nur“ temporäre Erziehungsverantwortliche tragen wir große Verantwortung für die geglückte Entwicklung der jungen Menschen, die uns anvertraut werden. Wir haben die Chance, Weichen zu stellen und Wege zu finden.

Wilhelm Rotthaus (ein deutscher Arzt, Therapeut und Autor zahlreicher Bücher) schreibt: „Kinder sind nicht auf Liebe angewiesen, wie das oft fälschlicherweise behauptet wird. Wenn sie Aufmerksamkeit und Interesse, Fürsorge und Unterstützung, Achtung und Wertschätzung erfahren, bekommen sie alles, was sie für ihr Wohlbefinden und ihre Entwicklung benötigen.“

"RETTET DAS KIND" NÖ und das Schloss Judenau

Die Betreuung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen im Schloss Judenau (Bezirk Tulln) hat Tradition, die exakt 100 Jahre vor der Gründung von „RETTET DAS KIND“ NÖ beginnt und nun insgesamt bereits 150 Jahre andauert.

 

Ab 1857  wirkte die  „Kongregation der Schulschwestern  vom 3. Orden des Heiligen Franziskus“ in Judenau.  Diese führte mit Unterbrechungen vor und nach dem zweiten Weltkrieg bis 1951 ein Waisenhaus und Schulen und Ausbildungsstätten für Mädchen im Schloss. 

 

Das Schloss stammt aus dem 13. Jahrhundert. Ab 1701 kam es in den Besitz der Familie Liechtenstein. Mit seinem viertraktigen Bau und den markanten Rundtürmen ist es im Tullnerfeld weithin sichtbar. 1857 kam es über den Nö. Waisenhausfond in quasi Landesbesitz und wurde bis 1951 von den Schulschwestern genutzt. 1994 wurde das Schloss seitens des Landes NÖ in den Besitz von „RETTET DAS KIND“ NÖ übertragen.

 

Die aufwändige Sanierung in den Jahren 1982-2004 wurde vom Verein mit Unterstützung von Subventionen selbst getragen. Das Schloss mit seinen Nebengebäuden und Anlagen wurde vorbildlich eingerichtet und adaptiert. Vor allem sind die weitläufigen Parkanlagen und die großzügigen Sportplätze für das Schülerinternat der Stolz der Schlossanlage.

 

Umbauarbeiten halten an, die jüngste Investition erfolgte in die komplette Erneuerung der Wasserleitungen.

 

Seit 1961 beherbergt das Schloss das „Schülerinternat Judenau“. Weiters hat hier das Leitungsbüro der Außenwohngruppen seine Räume. Auch ein Kindergarten hat im Schloss seit 35 Jahren sein Domizil, der 1972 von „RETTET DAS KIND“ NÖ als privater Kindergarten eingerichtet und 1994 zum NÖ Landeskindergarten umgewidmet worden war.

 

Nicht unerwähnt bleiben sollen zwei historisch interessante Nebengebäude des Schlosses: Im sogenannten „Kapuzinerstöckl“ (aus dem 17. oder 18. Jhd) sind Büros der Verwaltung, Wohnungen, für BetreuerInnen des Internats und das Leitungsbüro der Sozialpädagogischen Familienhilfe eingerichtet. Im ehemaligen Schwesternhaus, einem Jugendstilnebengebäude (1911 errichtet), mit der jetzigen Bezeichnung „Villa“,  befinden sich Garconnieren für ältere Jugendliche des Schülerinternats. 

 

Geschichte von „RETTET DAS KIND“

Eine Kinderfigur mit ausgestreckten Armen in einem Kreis, der es schützend umfängt. Dieses Symbol
ist das Markenzeichen aller RETTET DAS KIND - Gesellschaften, die weltweit bereits seit 1919 als

Kinderhilfsorganisationen ihre Tätigkeiten ausüben.

Die erste Rettet das Kind-Gesellschaft wurde 1919 durch die Engländerin Eglantyne Jebb und ihrer Schwester als „British Save the Children Funds“ in London gegründet. Dieser Gesellschaft verdanken wir den ersten Meilenstein in der Entwicklung von festgeschriebenen Kinderrechten: Die Deklaration „Genfer Erklärung über die Rechte der Kinder“
wurde 1924 vom Völkerbund angenommen. Diese Deklaration wurde in den folgenden Jahrzehnten weiterentwickelt und mündete schließlich in die 1989 von der UNO beschlossenen und bis heute gültigen „UN-Kinderrechtskonvention“.1956 kam es zur Gründung der österreichischen Gesellschaft „Rettet das Kind“.

1957 erfolgte die Einrichtung von Landesverbänden in den Bundesländern.

Die konstituierende Sitzung in Niederösterreich fand am 19. Juni 1957 statt. Der Verein nannte sich damals „N.ö. Landesverband der Österreichischen Gesellschaft Rettet das Kind“.

 Am Beginn stand die Herausforderung,  an der Versorgung der tausenden ungarischen Flüchtlingsfamilien, die 1956 hilfesuchend nach Österreich geströmt waren, mitzuarbeiten.

„RETTET DAS KIND“ NÖ fand damals sein bis heute gültiges Stammhaus im Schloss Judenau (Bezirk Tulln) und übernahm die Betreuung der dort untergebrachten 200 ungarischen Kinder.

Als das Aufgabengebiet als Kinderhilfsorganisation seine Bedeutung verlor, entwickelte „RETTET DAS KIND“ NÖ seinen Arbeitsschwerpunkt in der Jugendwohlfahrt.

 Die einzelnen Bundesländerorganisationen „RETTET DAS KIND“ in Österreich haben ihre Arbeitsfelder in der Behindertenbetreuung und in der Jugendwohlfahrt. Sie sind autonome und unabhängig voneinander agierende Vereine. NÖ zählt zu den größten.