AKTUELLES 2016
 

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Aktuell: 7. Oktober 2016

15 Jahre Wohngruppe airbag

ST. PÖLTEN: Am 7. Oktober 2016 feierte die Wohngruppe airbag ihren 15. Geburtstag – gemeinsam mit KooperationspartnerInnen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe und VertreterInnen der Stadt St. Pölten. Die Einrichtung von RETTET DAS KIND NÖ betreut Kinder und Jugendliche im Alter von 13-18 Jahren.

Kommt es im Zusammenleben zwischen Jugendlichen und ihren Familien zu Krisen und Konflikten, die zu Hause nicht lösbar sind oder zu eskalieren drohen, bietet die wg airbag jungen Menschen einen Wohn- und Lebensraum.
Im geschützten Rahmen der Wohngruppe werden sie in ihrer akuten familiären und persönlichen Problemsituation angenommen und in der Planung und Umsetzung neuer Zukunfts- und Lebensperspektiven unterstützt.
Die älteren und selbständigeren Jugendlichen haben die Möglichkeit, von der koedukativen Gruppe ins Betreute Wohnen (eigene Wohnungen im gleichen Haus und in der näheren Umgebung) „hinauszuwachsen“ und sich in mehr Eigenverantwortung zu üben.

 

 

 

 


 

Leiterin Mag.a Birgit Nachförg erzählt: „In der wg airbag betreuen wir die Jugendlichen rund um die Uhr und bieten ihnen Hilfestellung in allen Belangen des Lebens. Wir unterstützen sie bei der Schulausbildung bzw. bei der Integration am Arbeitsmarkt, ebenso wie bei der Entwicklung ihrer sozialen Fähigkeiten und Selbstverantwortung. Mit den Familien arbeiten wir im regen Austausch zusammen. Ist eine Rückkehr nach Hause nicht möglich, begleiten wir die jungen Menschen, bis sie auf eigenen Beinen stehen können.

Im Rückblick hat sich seit der Gründung der wg airbag einiges verändert. Die Jugendlichen kommen aus immer vielfältigeren Problemsituationen zu uns. Sie benötigen immer individuellere Unterstützung und auch mehr räumliche Rückzugsmöglichkeiten. Deshalb haben wir die Gruppengröße auf 8 Jugendliche reduziert und mittlerweile 6 Wohnungen für das Betreute Wohnen geschaffen.“

 

 

Foto (RDK NÖ): wg airbag-Team bei der Jubiläumsfeier mit VertreterInnen von RETTET DAS KIND NÖ, der Kinder- und Jugendhilfe und der Stadt St. Pölten:

v.l.n.r.: Dr. Wolfgang Apfelthaler (als ehem. Geschäftsführer von RETTET DAS KIND NÖ für die Gründung der wg airbag verantwortlich), DSAin Helga Tiefenböck MA (Land NÖ, Abt. Kinder- u. Jugendhilfe), GR Florian Krumböck BA, STR Dietmar Fenz, Jakob Wimmer, Victoria Mileder, Katrin Wiesinger, Elisabeth Kargl, Judith Melchus und Leiterin Mag.a Birgit Nachförg (wg airbag), Gertraute Schaufler (Stv. Vorstandsvorsitzende u. Finanzreferentin RETTET DAS KIND NÖ), RR Richard Scheiner (Vorstandsmitglied RDK NÖ), Monika Franta MAS (Geschäftsführerin RDK NÖ)

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Aktuell: August 2016

Kinder bauen ihren Spielplatz

2016 haben wir mit Spendenunterstützung begonnen, das Freizeitangebot im Garten von Schloss Judenau auszubauen. Die großzügigen Gartenanlagen um das Schloss bieten den Kindern, die in den Wohngruppen von JuVis betreut werden, viel Raum, um an der frischen Luft zu spielen und sich sportlich zu betätigen. Zusätzlich sollen Wohlfühlbereiche geschaffen werden, wo sie sich entspannen und zurückziehen können.

Im Sinne der Partizipation (also dass die Kinder in ihrem Betreuungsalltag mitreden und sich einbringen können) haben wir uns entschieden, den Kindern nicht einfach nur fertige Spiel- und Freizeitgeräte hinzustellen, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, ihren Lebensraum Garten gemeinsam zu gestalten.


In den Sommerferien hat der Landschaftskünstler Mag. Oliver Roman begonnen, mit den Kindern Liegelandschaften und Weidendome aus lebenden Zweigen zu bauen.

Indem sich die Kinder bei diesem Projekt tatkräftig einbringen können, sollen sie ihre Selbstwirksamkeit erleben – das Gefühl, selbst etwas schaffen zu können, sich einbringen zu dürfen und dass ihnen etwas zugetraut wird, stolz zu sein auf etwas, dass sie gemeinsam geschaffen haben.

Sich mit Werkzeug zu üben, etwas aktiv zu gestalten - mit einem sichtbaren Ergebnis, das sie in den nächsten Jahren nutzen können, das ist etwas Besonderes, das aus dem normalen Gruppenalltag herausragt.

Im gemeinsamen Gestalten mit Naturmaterialen versucht Mag. Roman den Kindern Achtsamkeit im Umgang mit der Natur näher zu bringen. Das Projekt ist langfristig angesetzt, in regelmäßigen Etappen, werden die Freizeitanlagen Stück für Stück verwirklicht.


Mag. Oliver Roman ist Evolutionsagent, Bildhauer, Designer und Landschaftskünstler. Seit vielen Jahren entwickelt er Ideen für einen lebensbejahenden Lebensstil im unermesslichen Reichtum der Natur, u.a. in den Projekten BMB – Bauen mit Bäumen (www.baum.co.at) oder NEA – dem Nachhaltigkeits- Erfahrungs- und Ausbildungcampus.
Bauen mit Bäumen, kurz BMB, ist eine innovative Baumethode, die den natürlichen Wuchs von Bäumen für funktionelle Designs nützt und die Eleganz und Ästhetik der Bäume – als Sprache der Sinne und Seele einsetzt – und als Gesamtes in einen architektonisch-künstlerischen Kontext bringt.

 

 

 

 

 

 

Wir bedanken uns bei unseren SpenderInnen und freuen uns, wenn auch Sie dieses Projekt unterstützen möchten!

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Aktuell: Juli 2016

Oldtimer für den guten Zweck

Mit einer großzügigen Spende und Mitbringseln für die Kinder im Gepäck veranstaltete der Oldtimerclub Hennersdorf am 3. Juli eine Benefizfahrt zu RETTET DAS KIND NÖ nach Judenau. Die Oldtimerfreunde nahmen sich Zeit, die Wohngruppen von JuVis Judenau zu besichtigen und die Einrichtung kennenzulernen. Die Kinder freuten sich über die gemeinsame Grillerei und hatten ausgiebig Gelegenheit, die Fahrzeuge zu bestaunen.

Franz Bartmann vom OC Hennersdorf, erzählt:

„Unser Oldtimerclub hat ja mittlerweile eine schöne Historie, u.a. auch in der Wahrnehmung seiner sozialen Verantwortung. Einmal jährlich wird ein namhafter Betrag für einen guten Zweck gespendet. Ich persönlich habe mich sehr gefreut, als mein Vorschlag, dieses Jahr den Verein „Rettet das Kind Nö“ zu unterstützen, ohne „wenn und aber“ angenommen wurde. Der Verein hat seine Zentrale im Schloss Judenau und die Geschäftsführerin Monika Franta kenne ich seit 2007 als sie noch für SOS Kinderdorf tätig war.

Was liegt für einen Oldtimerclub näher, als rund um die Geldübergabe eine kleine Ausfahrt zu organisieren, um den Verein ein wenig besser kennen zu lernen. Am Sonntag, den 3.7. um 8:00 Uhr treffen sich 25 (!) gut gelaunte Oldtimerfreunde zum gemeinsamen Frühstück in unserem Clublokal. Ausgiebig gestärkt bewegen wir uns mit rund 15 Fahrzeugen nach Judenau:

Mangels Orientierungssinnes des Verfassers führt unser Vize Albert Polasek sehr besonnen den Tross mit seinem reifen Dnepr-Gespann an. Als Worst-Case-Organisator habe ich für die Strecke vorsichtshalber zwei Stunden angesetzt und somit 11 Uhr als Ankunftszeit kalkuliert – es kann ja immer etwas dazwischen kommen. Auch Pannen können sich bei betagten Fahrzeugen einstellen.

Trotz Albert’s umsichtiger Fahrweise und Regenwetter waren wir um Punkt 10 Uhr beim Schloss, was den dortigen Leiter, Herrn Gottfried Bayer, zu einem geschreckten aber auch berechtigten „Wos mocht’s denn Ihr scho do?“ veranlasste.
Ich konnte seine Hyperventilation ein wenig reduzieren, in dem ich sagte, er möge so tun als wären wir noch gar nicht da. In weiterer Folge verstand ich aber seine erste Aufregung, denn die dortige Mannschaft inkl. der Kinder hatte ein großes und sehr nettes Programm für uns organisiert. Herr Bayer und Frau Franta gaben uns einen Geschichtsabriss über den Verein und auch bzgl. des Schlosses aber auch einen tiefen Einblick in den Betrieb einer derartigen Einrichtung. Wir sahen die Gruppenräume, wir hatten Kontakt mit den Kindern in unterschiedlichem Schulalter und Gespräche mit den Pädagoginnen.

Es ist natürlich immer tragisch, wenn ein Kind, aus welchem Grund auch immer, nicht mehr in der eigenen Familie wohnen kann. Aber ich möchte hier etwas herausstreichen, das uns Frau Franta und Herr Bayer sehr überzeugend gezeigt haben: Die heutigen Wohnformen für betreute Kinder haben definitiv nichts mehr mit dem zu tun, was noch bis in die 70-er Jahre hinein gelebte Praxis war. Keine Schlafsäle, sondern Ein- bis maximal Dreibettzimmer, keine Lehrsäle, sondern nette Gruppenzimmer für acht Kinder mit der entsprechenden pädagogischen Betreuung. Offene Tore und der Besuch der umliegenden öffentlichen Schulen. Wir haben in Judenau ein sehr offenes und liebevolles Haus gesehen. Auch das Verhalten der Kinder und Jugendlichen hat uns gezeigt, dass es ihnen dort den Umständen entsprechend sehr gut geht.

Natürlich waren unsere alten Gefährte für die Kinder sehr interessant. Sitz- und Hupproben und das fotografiert werden in Fahrzeugen, die um ein Mehrfaches älter als die Kinder selbst waren, wurden ausgekostet.

Danach wurde gegrillt und selbstgemachte Salate gereicht. Im Anschluss an die liebevolle Bewirtung haben wir mit noch mehr Überzeugung unsere pekuniäre Zuwendung an den Verein „Rettet das Kind – Niederösterreich“ abgegeben.

Wir sind davon überzeugt, dass jeder Euro richtig verwendet wird und wünschen dem Verein ein weiterhin glückliches Händchen bei der Bewältigung seiner anspruchsvollen und wichtigen Aufgabe!“


Wir bedanken uns herzlich für den aufregenden Tag, für 1.550,- Euro, die bei dieser Spendenaktion für die Wohngruppen von JuVis Judenau zusammengekommen sind, und für die 370,- Euro-Spende für die Verpflegung!

 Fotos: NÖN - G.Gröbl, OC Hennersdorf - W.Taferner

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Aktuell: Juni 2016

Der Sommer ist da...

Die Ferien stehen vor der Tür, die Kinder und Jugendlichen im Schloss Judenau freuen sich schon auf eine erholsame und abwechslungsreiche Urlaubszeit. Einige Aktivitäten werden von SpenderInnen unterstützt, wofür wir uns herzlich bedanken möchten!

Auch im Sommer werden Kinder und Jugendliche in den Wohngruppen betreut. Einen Teil der Ferien verbringen sie je nach den individuellen Möglichkeiten mit ihren Familien.
Wir legen aber auch großen Wert darauf, dass alle Kinder einer Wohngruppe und ihre BetreuerInnen miteinander in den Urlaub fahren können. Die positiven gemeinsamen Erlebnisse sollen die Bindung der Kinder untereinander und zu ihren SozialpädagogInnen festigen. Der anstrengende Alltag zehrt an der Gruppe, daher sind gemeinsame Aktivitäten für den Zusammenhalt in der WG sehr wichtig.

Jede Wohngruppe verbringt eine Woche Urlaub gemeinsam. Die Ziele liegen meistens in Österreich. Heuer geht es an den Klopeiner See, nach Altaussee, Lutzmannsburg,... Ein seltenes Highlight für die Kinder sind Flugreisen (im Vorjahr z.B. nach Berlin bzw. Tunesien).

Auch Ausflüge und Projekttage bieten Abwechslung vom WG-Alltag und fördern die Gemeinschaft: Die Möglichkeiten sind vielfältig: Tierparks, Streichelzoos, Bauernhof, Zelten, Reiten, Angeln, Schwimmen, Kindertheater, Bogenschießen-Workshops, bei Schlechtwetter Haus des Meeres, Kino, Museum,…

Diesen Juli freuen sich viele Kinder aus den Wohngruppen über die Gelegenheit, an einem Fußballcamp für Menschen mit besonderen Bedürfnissen in Tulln teilzunehmen und dort auch mit ehemaligen Fußballprofis zu trainieren.

Eine Besonderheit im August ist die „Kinder UNI Tulln“ welche Kindern ermöglichen soll, mit Forschung in Berührung zu kommen. Vier Kinder dürfen kostenlos teilnehmen, ein Mikroskop ausprobieren und in die verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen schnuppern.

Oft haben die Freizeitaktivitäten einen pädagogischen bzw. therapeutischen Hintergrund. Im Vorjahr nahmen Kinder am heilpädagogischen Voltigieren teil. Aktivitäten wie diese helfen Wunden zu heilen und die jungen Menschen bei der Aufarbeitung ihrer individuellen Lebensgeschichte zu unterstützen.

Auch in Judenau gibt es für die Kinder Spiel- und Sportmöglichkeiten. JuVis verfügt über ein weitläufiges Freizeitareal, welches 2016 mit neuen Geräten ausgebaut werden soll. Da diese einer großen Belastung standhalten und regelmäßig kontrolliert werden müssen, ist ihre Anschaffung nicht billig.

Für den Ausbau unseres Freizeitareals, für spezielle Therapie- und Freizeitangebote, Eintrittsgelder, um unseren Kindern auch Erfahrungen wie Flugreisen zu ermöglichen, uvm. sind wir auf Spenden angewiesen.

Wir freuen uns, wenn Sie uns unterstützen möchten und wünschen Ihnen einen schönen Sommer!

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Aktuell: Mai 2016

Afghanischer Imbiss in Leiben

Am 28. Mai 2016 lud die Außenwohngruppe Leiben zum „Afghanischen Imbiss“.
Mit dieser Aktion wollten die beiden Jugendlichen aus Afghanistan, die seit September in der Außenwohngruppe betreut werden, ihr Können der Ortsbevölkerung zeigen und sich für die gute Aufnahme in Leiben bedanken. Die beiden Burschen sind ohne ihre Familien als „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ (UMF) nach Österreich gekommen und freuen sich über das herzliche Willkommen in der Außenwohngruppe und über das spürbare Engagement seitens der Gemeinde, ihnen zu helfen.

Zum afghanischen Imbiss sind viele OrtsbewohnerInnen und NachbarInnen gekommen und haben sich von ihren Kochkünsten überzeugt. In geselliger Runde ließen sich alle das Essen gut schmecken.

Wir möchten uns bei allen unseren Gästen herzlich für ihr Kommen bedanken!

Kinder und Team der AWG Leiben

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Aktuell: April 2016

EU schnuppern

Zwei Mädchen aus der wg airbag in St. Pölten freuten sich über 5 aufregende Tage in Brüssel. Kerstin berichtet:

„Einmal im Parlament in Brüssel sitzen und zu super interessanten Vorträgen lauschen, diese Chance bekommt man wohl nur einmal im Leben. Diese tollen Erfahrungen, durfte ich im April 2016 dank dem „Young Visitors Programme“ der ALDE Group erleben.

Insgesamt waren wir 22 Jugendliche aus unterschiedlichen europäischen Ländern, somit konnten wir uns auch kulturell super austauschen und auch unsere Englisch Kenntnisse verbessern. Im Parlament hatten wir spannende Meetings, wie zum Beispiel mit Vertretern von Europol, Amnesty International oder auch einer niederländischen Journalistin. Außerdem durften wir bei einem Plenum als Besucher zusehen. Des Weiteren haben wir das Parlamentarium, das Museum der EU, besichtigt und auch ein belehrendes Rollenspiel gespielt, in dem wir unsere politischen Fähigkeiten austesten konnten.

Je nach Land konnten wir auch mit unseren zugeteilten MEP (Member of European Parliament), in meinem Fall Angelika Mlinar, tratschen.

Natürlich sind wir auch in die Innenstadt Brüssels gegangen, haben uns berühmte Sehenswürdigkeiten angesehen und schmackhafte belgische Waffeln und leckere Schokolade gegessen.
Alles in allem fand ich die Woche sehr bereichernd, da ich mich jetzt um einiges besser im Europäischen Parlament auskenne und dabei auch noch mit meinen neuen europäischen Freunden sehr viel Spaß hatte. Ich bin unfassbar froh, dass ich diese Chance nutzen konnte und würde es sofort wieder machen.“


Wir bedanken uns sehr herzlich bei Sarah Neumann (Parlamentarische Referentin), auf deren Initiative unsere Mädels diese tolle Chance erhalten haben und bei ALDE (Fraktion der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa), welche die Schnuppertage organisiert und finanziert hat!
 

 

Fotos: A. Mlinar, RDK NÖ, ALDE

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Aktuell: März 2016

JuVis - 55 Jahre im Schloss Judenau

Jeder in der Umgebung kennt Schloss Judenau von außen. Wer seine Kinder in den hier untergebrachten Landeskindergarten bringt, sieht meist nur die eher nüchtern wirkenden Gänge. Aber wie sieht nun das Leben für die Kinder und Jugendlichen aus, die im Schloss wohnen und aufwachsen?
Heuer wird JuVis Judenau (früher Schülerinternat Judenau) 55 Jahre alt. Das wollen wir zum Anlass nehmen, um diese Einrichtung von RETTET DAS KIND NÖ vorzustellen:



Wir betreuen Kinder und Jugendliche, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in ihren Familien leben können. Unsere jüngsten sind im Kindergartenalter, die ältesten sind schon volljährig und bleiben noch bei uns, bis sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben und auf eigenen Beinen stehen können. Sie finden hier im Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe ein vorübergehendes oder längerfristiges Zuhause.

Die meisten jungen Menschen leben in unseren Wohngruppen. 7 geräumige und eigenständige Wohnungen im Schloss bieten viel Platz für jeweils 8 bis 10 Kinder und Jugendliche. Sie leben in bunten modernen Kinderzimmern mit maximal Zweibett-Unterbringung. Die Höhe der Schlossräume ermöglicht es, dass jedes Kind einen eigenen abgegrenzten Spiel- und Schlafbereich hat. Gemeinschaftlich wird in jeder WG eine große Wohnküche genützt, in der täglich gemeinsam gegessen, Schulaufgaben gemacht, gespielt und - besonders am Wochenende - gekocht wird.

Die einzelnen Wohngruppen kümmern sich eigenständig um die Gestaltung und Organisation des Alltags für ihre Kinder. Mehrere BetreuerInnen stehen den Kindern und Jugendlichen zur Seite. Zu ihren Aufgaben zählt es, die Entwicklung der jungen Menschen zu begleiten, ihre Fähigkeiten zu fördern und ihnen Alltagsfertigkeiten zu vermitteln, ihnen in Krisensituationen Rückhalt zu geben und gemeinsam Perspektiven für die Zukunft zu schaffen.

Die großzügigen Gartenanlagen im Innenhof und um das Schloss bieten verschiedene Spiel- und Sportmöglichkeiten. Dieses Jahr möchten wir mit Unterstützung von Spenden das Freizeitareal weiter ausbauen.
Alle Kinder einer Wohngruppe unternehmen mit ihren SozialpädagogInnen Ausflüge und verbringen gemeinsame Urlaubszeit. Durch die positiven Erlebnisse sollen die Beziehungen untereinander gestärkt werden. Therapeutische Angebote helfen den jungen Menschen bei der Bearbeitung und Bewältigung ihrer oft sehr schwierigen Lebensgeschichte.

Die Kinder gehen in der Umgebung zur Schule, pflegen auch Freundschaften außerhalb von JuVis und nehmen am Vereinsleben (Feuerwehr, Fußballvereine, Musikschule,…) teil.
Mit ihren Familien bleiben die Kinder – je nach den individuellen Möglichkeiten – regelmäßig in Kontakt, verbringen mit ihnen Wochenenden und einen Teil der Ferien. Die Zusammenarbeit mit den Familien nimmt einen immer größeren Stellenwert ein. Schließlich ist und bleibt das familiäre Umfeld ein wichtiger Teil im Leben eines Kindes; die Auseinandersetzung mit seiner Herkunft ist wichtig für seine Entwicklung.

Wir versuchen unseren Kindern und Jugendlichen eine Rückführung in die Familie bzw. eine Integration in die Gesellschaft zu ermöglichen. Die älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben als Vorbereitung auf ihre Selbständigkeit in betreuten Wohnungen in Judenau und Tulln Gelegenheit, eine eigenverantwortliche Lebensführung zu erlernen. Dabei werden Sie von ihren BetreuerInnen unterstützt.

Eine Besonderheit im JuVis ist die „Teilstationäre Gruppe“. Sie bietet bis zu 8 Kindern und Jugendlichen im Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe eine professionelle Tagesbetreuung. Abends kehren sie in ihre Familien zurück. Unterstützend finden Gespräche mit der Familie und Schule statt.

 

Rückblick

Die Betreuung von Kindern im Schloss Judenau hat Tradition. Bereits vom 19. Jahrhundert bis in die Nachkriegszeit gab es hier mit Unterbrechungen ein Waisenhaus und verschiedene Schulen - betrieben von den „Schulschwestern“. Nach der Ungarnkrise war das Schloss Zufluchtsort für ungarische Flüchtlinge. Die Versorgung von 200 Flüchtlingskindern wurde 1957 zur ersten Aufgabe des frisch gegründeten Vereins RETTET DAS KIND NÖ.

Schlafsaal zur Zeit der Schulschwestern; ungarische Flüchtlingskinder im Schloss - 1957

Seit 1961 beherbergt das Schloss das „Schülerinternat Judenau“ - heute JuVis Judenau. In den vergangenen 55 Jahren hat RETTET DAS KIND NÖ das nach dem 2. Weltkrieg abbruchreife Schloss, seine Nebengebäude und Außenanlagen wieder instand gesetzt und laufend für die Bedürfnisse der Kinder adaptiert. Die großen (Schlaf-)säle wichen Gruppenwohnungen mit gemütlichen Kinderzimmern und Gemeinschaftsräumen.

Nicht nur das Gebäude, vor allem auch die pädagogische Arbeit wurden laufend an die immer individuelleren Bedürfnisse der jungen Menschen angepasst. Kinder kommen mit immer stärkeren Traumatisierungen und komplexeren Lebensgeschichten zu uns. Sie haben einen größeren Bedarf an persönlicher Betreuung und therapeutischer Unterstützung. Um ihren Bedürfnissen gerecht zu werden, müssen wir uns laufend weiterentwickeln. Ziel unserer Betreuung ist, dass sie als eigenständige Erwachsene ihr Leben meistern können.
 

 

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